Ich gehe gern auf die RS Vit,...

...weil ich hier viele neue Freunde gefunden und nach der Schule viele Berufe zur Auswahl habe. (Lena Bielmeier 6b)

 


 

Gefahren von übermäßigem Handykonsum

Im Bus, beim Arzt oder morgens in der Schule. Überall dasselbe Bild: Versteinerte Gesichter, starr fixiert auf das Handy in ihren Händen. Nicht selten wird man von ihnen im Kaufhaus angerempelt, nur allzu oft müssen Autos ihretwegen eine Vollbremsung riskieren. Die sogenannten „Handysuchtis“ zeichnen unsere Generation aus. Heutzutage besitzt fast jeder Jugendliche, ja sogar viele Grundschüler bereits ein modernes Handy. Sie nehmen es überall mit hin, ins Kino, zu Freunden, in die Schule, ja sogar an Weihnachten in den Gottesdienst. Doch warum ist das so?

Den meisten geht es um die sehr einfachen Kommunikationsmöglichkeiten via Facebook, WhatsApp, Instagram und Co. Nebenbei spielen auch sehr viele auf ihren Handys, wie etwa ,,Clash of Clans“, ,,Farm Story“, ,,Shooter“ und viele mehr. Diese bieten neben dem kurzweiligen Spielspaß auch Chats mit anderen Onlinespielern an, welche sehr verlockend sind. Aber warum verlieren sich immer mehr Jugendliche in der Sucht?

Einer der ausschlaggebenden Punkte war wohl ein ersehntes Gefühl von Kontrolle und ungestörter Selbstfindung. Denn wem gibt es kein gutes Gefühl, tun und lassen zu können, was man will?

Wenn es auch nur im Internet ist, so hat es doch seinen Reiz, sich zum Beispiel als jemand anderes auszugeben, als man tatsächlich ist. Einige, die sich so ein Fakeprofil erstellen, mogeln meistens nur bei der Augenfarbe, oder ihrer Figur, während echte Verbrecher ein vollkommen anderes Ich präsentieren. Durch die Anonymität ist es leider so ziemlich alles ungestraft möglich. So kann man auch seinen Frust an einem völlig Fremden oder auch Bekannten auslassen. Ein relativ großes Problem im Internet ist Mobbing.

Manchen Leuten gibt es eben ein Hochgefühl, auf, ihrer Meinung nach kleinere, unscheinbare oder ,,andere“ Menschen verbal einzuprügeln. Meistens sind solche Mobber die, die im echten Leben selbst geärgert werden, oder aber allgemein kaum Aufmerksamkeit bekommen. Denen ist es dann eine willkommene Gelegenheit, ihren Ärger und Frust an anderen, eben durch die Verschwiegenheit des Netzes geschützt, auszulassen.  

Oder aber sie lassen den Frust erst gar nicht aufkommen. Flucht aus der Realität nennt man das, was viele machen. Die Augen verschließen aus Angst vor den Problemen um sich herum, eintauchen in die perfekte Traumwelt, in der man sein, wer man will. Damit verbunden sind Gesellschaftliche Probleme wie etwa das Übernehmen falscher Verhaltensmuster von Leuten aus dem Netz oder man bekommt ein unrealistisches Körperbild oder sucht sich Maßstäbe, wie man auszusehen hat.

Nicht selten rutschen dabei hauptsächlich Mädchen und junge Frauen in die Magersucht, wo wir schon beim nächsten Thema wären: Der soziale Rückzug von Familie und Freunden scheint unvermeidlich. Wegen des Handys hat man keine Zeit mehr oder verliert allgemein die Lust an gemeinsamen Aktivitäten.

Wer soll dann bitte denen helfen, die doch so dringend ein starkes und vertrautes Umfeld benötigen? Sie haben keinen mehr, verlieren sich vollkommen in ihrer Scheinwelt und betteln um Aufmerksamkeit bei ihren imaginären Freunden. Diese bekommen sie dann leider auch, nur fällt sie etwas anders als erwartet aus. Viel zu oft passiert es, dass man sich naiv verhält und, obwohl man es doch so viel besser weiß, private Daten oder gar anzügliche Fotos versendet. Diese finden ihren Weg meist nicht nur zu ihrem doch nicht mehr ganz so jungen Gegenüber, sondern landen bald darauf überall im Netz. Hat man vorher zum Beispiel seinen Facebookaccount angegeben, so kann es vorkommen, innerhalb der nächsten Tage oder Wochen ziemlich freizügige Bilder von sich an seiner Pinnwand vorzufinden.

Nicht nur in solch eine verzwickten Situation kann man Schlaf wohl vergessen, auch unter normalen“ Umständen denken viele nicht ans Ausruhen oder dem Körper und Geist eine kleine Auszeit zu gönnen. Durch den Schlafmangel sinken nicht nur die Schulnoten in den Kellerbereich, nein wer die Nächte durchzockt, zeigt ein ziemliches Aufmerksamkeitsdefizit. Aber wer denkt, damit könne er leben und wenn es weiter nichts sei, soll erstmal weiterlesen.

Übermäßiger Handykonsum bietet noch viel mehr körperliche Probleme und Folgen, denn damit sind in den meisten Fällen Augenbeschwerden, Kopfweh sowie Nacken- und Schulterprobleme verbunden. Diese Beschwerden können je nach Häufigkeit des Auftretens, kurz oder lang andauern, ja sogar zu chronischen Beschwerden übergehen. So oder so sind sie für unseren Körper schädlich, doch nicht allein Schmerzen sind problematisch, auch zu wenig Bewegung, sowie der frische Luftmangel, der auf Dauer wohl oder übel auftritt, können bald zu Übergewicht und dauernder Übelkeit führen.

Was vielen scheinbar unbewusst oder egal zu schein scheint, denn das Handy nimmt einen zentralen Platz in unserem Leben ein. Manchmal ist der Übergang von normalem Gebrauch bis zur Sucht relativ gering oder undurchsichtig. Wann merkt man, dass man bereits süchtig ist oder sich auf dem besten Wege dazu befindet?

Darauf hinweisen könnte beispielsweise eine Handynutzung von mehr als vier Stunden pro Tag, sowie die Gewissheit, dass man einfach nicht aufhören und das Handy zur Seite legen kann. Ebenso auffällig ist, wenn man alles andere außer Acht lässt und sich nur noch mit seinem Handy beschäftigt oder eben trotz aller negativen Folgen, den Übermäßigen Konsum trotzdem konstant so beibehält, wie bisher oder eben weiterhin alle drei Minuten auf sein Handy schaut, aus Angst etwas ,,wichtiges“ zu verpassen. 

Am besten allerdings kann ein Suchtverhalten festgestellt werden, wenn durch das Handy die Stimmung beeinflusst wird, beziehungsweise man ohne den täglichen Konsum total unausstehlich und aggressiv wird.

Jedoch merken die meisten, dass ihr Verhalten nicht mehr so ganz richtig ist, ändern es allerdings nicht. Ich persönlich denke, dass sich die Situation noch stark verschlimmern wird und viele ganz enorm aufpassen müssen, nicht der Sucht zu verfallen.

(geschrieben von Laura Schedlbauer, 10b)


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